Abschied von basis & woge e.V.

Zu unserem großen Bedauern kann unsere Kooperation mit dem Träger basis & woge e.V. nicht fortgeführt werden. Die Aufkündigung der Zusammenarbeit ist nicht etwa Ausdruck eines Zerwürfnisses zwischen möwe.altonah und dem Team von basis & woge e.V. Es liegt schlicht daran, dass die zuständigen Behörden sich nicht in der Lage sehen, ihre notwendige Mitwirkung herzustellen.

Der Plan, innerhalb unseres Hausprojekts so genannte trägereigene Wohnungen für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf zu schaffen, die auf dem regulären Wohnungsmarkt nahezu chancenlos sind, war integraler – und durch einen Letter of Intent der Geschäftsführung von basis & woge e.V. bekräftigter – Bestandteil unseres Bewerbungskonzepts für Baufeld II. Ein Konzept, das wir nach erfolgreicher Bewerbung zusammen mit den Mitarbeiter_innen von basis & woge e.V. kontinuierlich weiterverfolgt und -entwickelt haben.

Umso bestürzter sind wir, dass nun, nach monatelangen, zähen und für alle Beteiligten nervenaufreibenden Verhandlungen mit bzw. zwischen Behördenvertreter_innen, definitiv entschieden wurde: Die von uns vorgesehenen Wohnungen bzw. Bewohner_innen, z.Zt. insbesondere minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, sind im sozialen Wohnungsbau „nicht förderfähig“. Mittel, Wege und/oder politischer Wille, hier adäquate Neujustierungen vorzunehmen, sind offenbar nicht vorhanden. In unserem Wohnprojekt im geförderten Wohnungsbau gibt es jedoch ohne Förderung keine Möglichkeit, diese trägereigenen Wohnungen zu realisieren.

Wir stehen bereits in Kontakt mit möglichen Alternativträgern und zweifeln angesichts des immensen öffentlichen Bedarfs und Interesses nicht daran, in unserem Haus ein soziales Projekt verwirklichen zu können. Auch die vergeblich investierte Zeit, Arbeit und Energie sind es nicht vorrangig, die uns so verärgern. Traurig und wütend macht uns vielmehr, dass aufgrund des mangelnden sozialen Gestaltungswillens dieser Stadt mal wieder jene auf der Strecke bzw. Straße bleiben, denen Hamburg gewohnheitsmäßig die kalte Schulter zeigt: junge Geflüchtete und andere gesellschaftlich marginalisierte Jugendliche.

Gerade in Anbetracht des dramatischen Bedarfs an angemessenem Wohnraum und Perspektiven sowohl für geflüchtete Menschen als auch für betreute Jugendliche, würde es der Stadt gut stehen, hier zukünftig neue Wege zu gehen, wenn sie ihre soziale Verantwortung ernst nimmt.